Telugu Inspiration

Mehr Klarheit zum Thema Transliteration

Der erste Schritt auf dem Weg Telugu zu lernen, ist es die Telugu Schrift und die dazugehörige Transliteration zu lernen. Da es verschiedene Systeme gibt, die Telugu Schrift mit lateinischer Schrift wiederzugeben, kann dies zunächst zu einiger Verwirrung führen. Um mehr Klarheit in das Thema der Transliteration zu bringen, geben wir hier einen Überblick über die wichtigsten und gebräuchlichsten Systeme…

Was sind eigentlich die Schwierigkeiten, wenn man indische Sprachen, in unserem Fall Telugu, mit lateinischer Schrift wiedergeben möchte?

  1. Lange Vokale

    Die Telugu Sprache unterscheidet wie andere indische Sprachen zwischen kurzen und langen Vokalen. Zum Beispiel gibt es einen Telugu Buchstaben für ein kurzes “a” = “అ” und einen anderen für ein langes “a” = “ఆ”.

  2. Das innenwohnende “a”

    Telugu Konsonanten wie auch Devanāgarī Konsonanten haben ein innenwohnendes “a”, das explizit mit einem “a” in der Transliteration wiedergegeben werden muss.

  3. Retroflexe Konsonanten

    Die meisten indischen Sprachen unterscheiden zwischen einer retroflexen und einer dentalen Form der dentalen Konsonanten. In den formalen Transliterationssystemen werden die regulären lateinischen Buchstaben für die dentalen Formen verwendet und die retroflexen Formen werden durch diakritische Zeichen ausgedrückt. In der IAST Transliteration zum Beispiel sind die retroflexen Formen ṭ, ḍ, ṇ und ṣ. In the meisten nicht formalen Transliterationssystemen wird kein Unterschied zwischen den dentalen und retroflexen Formen gemacht.

  4. Aspirierte Konsonanten

    Telugu wie Devanāgarī beinhaltet auch einige aspirierte Konsonanten, zum Beispiel gibt es ein unaspirates “t” = “త” und ein aspiriertes “th” = “థ”.

  5. Drei verschiedene Zischlaute

    In Telugu gibt es drei verschiedene Zischlaute, die unterschiedlich ausgesprochen werden und daher auch unterschiedlich transliteriert werden müssen. (“శ”, “ష”, “స”)

Verschiedene Transliterationssysteme

Alle Transliterationssysteme versuchen die oben genannten Problemstellungen auf verschiedene Weise zu lösen. Es gibt viele verschiedene Systeme, hier wollen wir uns auf die gebräuchlichsten beschränken. Eine Vergleichsgraphik ist am Ende dieses Eintrags zu finden.

IAST

ist ein weit verbreiteter Standard. Das Internationale Alphabet der Sanskrit Transliteration (IAST) ist eine Teilmenge des ISO 15919-Standard für die Transliteration von Sanskrit und Pali. Zur Differenzierung verschiedener Buchstaben werden diakritische Zeichen verwendet.

ISO 15919

ist ein Transliterations-Standard nicht nur für Devanāgarī, sondern für alle südasiatischen Sprachen und wurde als der ISO 15919-Standard von 2001 kodifiziert. Er bildet die Grundlage für moderne digitale Bibliotheken - die Internationale Organisation für Normen (ISO). ISO 15919 definiert die Unicode Grundlage für die Transliteration von südasiatischen Texten mit lateinischen Buchstaben für viele Sprachen / Schriften. ISO 15919 verwendet diakritische Zeichen, um die größere Anzahl von brahmischen Graphemen lateinischen Buchstaben zuzuordnen.

Harvard-Kyoto und ITRANS

Im Vergleich zu IAST, sieht Harvard-Kyoto viel einfacher aus. Es verwendet keine diakritische Zeichen, wie z.B. IAST. Anstatt der diakritischen Zeichen verwendet Harvard-Kyoto Großbuchstaben. Die Verwendung von Großbuchstaben macht Typisierung in Harvard-Kyoto viel einfacher als in IAST, produziert aber Worte mit Großbuchstaben, was ein nicht sehr schönes Schriftbild ergibt. ITRANS ist eine Erweiterung von Harvard-Kyoto. Viele Webseiten und Foren sind in ITRANS geschrieben.

Hunterian System

Das Hunterian Systems ist das “nationale System der Romanisierung in Indien”, und wurde von der Regierung Indiens offiziell übernommen. Es wurde im neunzehnten Jahrhundert von William Wilson Hunter entwickelt. Das System hat sich im Laufe der Zeit weiterenwickelt und wurde immer wieder für seine phonetisch nicht präzise Wiedergabe kritisiert sowie auch dafür, “ungeniert auf ein englischsprachiges Publikum ausgerichtet zu sein.” Insbesondere sorgte die mangelnde Differenzierung von retroflexen und dentalen Konsonanten für wiederholte Kritik.

Zusammenfassung

  1. Das Telugu Alphabet besteht aus mehr Buchstaben als das Lateinischen Alphabet. Deshalb birgt die Transliteration der Telugu Schrift gewissen Herausforderungen.

  2. Es existieren mehrere verschiedene Systeme, um die Telugu-Schrift mit lateinischen Buchstaben wiederzugeben.

  3. Hat man sich einmal dafür entschieden ein Transliterationssystem zu verwenden, sollte man dies konsequent verwenden und nicht mit anderen Systemen kombinieren.

  4. IAST oder ISO 15919, Systeme die diakritische Zeichen verwenden, werden im akademischen Bereich als akzeptierter Standard verwendet.

  5. Es gibt verschiedene Ansätze, um den Vokal-Modifikator “Sunna” zu transliterieren, dies wird allerdings das Thema eines separaten Blog-Eintrags sein.

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